Nachwelt 2030 – Im Herzen des Winters – Spannendes Endzeit-Abenteuer Online Lesen 2.1

Sie schwebte im Nichts, irgendwo zwischen Schlaf und Erwachen, nicht wirklich träumend, aber doch voll unterbewusster Gedanken und Erinnerungen, war eins mit sich und dem kleinen Wesen in ihrem Körper, mit ihrem Herzschlag und mit ihrer Atmung. Wohlig und warm lag sie unter ihren Decken, obwohl es in der Hütte trotz des kleinen Feuers nicht kühl war. Aber das war gerade die richtige Mischung. Kühle, frische Luft in ihrer Lunge, dennoch geborgen und sicher und …
Der plötzliche Schmerz ließ sie aufschreien. Er durchzuckte ihren ganzen Unterleib für mehrere Sekunden, bevor er wieder abflaute und ein Gefühl von Wundsein in ihr hinterließ.
Scheiße, murmelte sie halblaut, denn Mariam wusste, dass dieser Schmerz erst der Anfang war. Ein Vorbote. Eine Ankündigung. Eine Drohung. Eine Drohung, wie das langgezogene Wolfsgeheul, das von draußen an Mariams Ohren drang.
War es näher gekommen? Ja. Ja, es war lauter geworden. Definitiv.
Mühsam wühlte sich Mariam unter ihren Decken heraus und setzte sich auf. Sie war noch immer leicht desorientiert, ihr Gehirn weigerte sich hartnäckig, in die Realität zurückzufinden und aus dem Ruhezustand herauszukommen, in dem es sich befunden hatte.
Draußen dämmerte die Nacht heran. Nicht dass es schon dunkel gewesen wäre. Nein, es gab noch Sonnenlicht. Seltsam verfärbtes Sonnenlicht, dass das, was Mariam sah noch unwirklicher wirkte als ohnehin schon. Das war auch etwas, was sich seit dem roten Bruch verändert hatte. Das Sonnenlicht wechselte beinahe täglich seine Farbe und eher selten, meist an sehr windigen Tagen, war es so, wie Mariam es von ihrer Kindheit gewohnt war.
«Da sind Partikel in der Luft.», hatte Rolf ihr einmal erklärt und Mariam hatte genickt, so als ob sie wüsste, was er damit sagen wollte. Sie war sich nicht einmal sicher, ob er diese Farben im Himmel selbst wirklich erklären konnte, oder ob er diesen Satz schlicht selbst irgendwo aufgeschnappt hatte.
Manchmal war es Sepia, dann wieder ein kränkliches Violett, dann, ein anders Mal, waren die Farben satt und stark oder schwach und wie von einem Grauschleier überzogen.

– Unlektorierte Erstversion

Eine Seite zurück
Zur vorherigen Seite
Als Taschenbuch kaufen?

Weiterlesen
Hier geht es weiter